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Die Österreicher sind kaum gegen eine Berufsunfähigkeit versichert!

Anton Neier - Versicherungsagentur
Herausgegeben von in im Fokus ·
Tags: Berufsunfähigkeit
In Österreich haben nur vier Prozent der Beschäftigten eine private  Berufsunfähigkeitsversicherung – in Deutschland und den USA je ein  Drittel.

Zudem sind die versicherten Summen bei uns recht  niedrig. Besonders profitieren von der Versicherung können junge  Menschen mit steiler Berufskarriere, zeigt eine neue Wifo-Studie. Der  Staat zahlt bei Berufsunfähigkeit nur 70 Prozent des Letzteinkommens.
              
Wichtige Zielgruppen
Besonders interessant ist eine private  Berufsunfähigkeitsversicherung für junge, gut ausgebildete Menschen,  denen potenziell eine große Karriere bevorsteht, zum Beispiel Akademiker  oder technische Fachkräfte, sagte der Versicherungsexperte Thomas Url,  einer der Autoren der Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo)„Gerade für diese Berufsgruppen steigt im Falle einer  Berufsunfähigkeit die Einkommenslücke im Schnitt von 30 auf 50 Prozent.“  Denn die staatliche Absicherung über die obligate Sozialversicherung  berücksichtigt nur das aktuelle Einkommen, nicht aber künftige  Karrieren: „Es wird so getan, als bliebe das Einkommen gleich.“ So  gesehen ist das Produkt auch für Aufsteiger in anderen Berufen spannend.

Es drohen hohe Verlust
Im Durchschnitt verlieren 25-Jährige Männer im  Risikofall ohne Versicherung – je nach Beruf – ein Drittel bis etwas  mehr als die Hälfte ihres künftig noch zu erwartenden  Nettolebenseinkommens. Bei Frauen ist es weniger als ein Drittel bzw.  maximal etwas unter der Hälfte ihres Lebenseinkommens. Mit steigendem Lebensalter nimmt die Einkommenslücke  durch eine Berufsunfähigkeit langsam ab – im Alter von 60 schwankt sie  bei Männern zwischen sechs und zehn Prozent, bei Frauen wegen der  höheren Lebenserwartung (weil sie ihre Pension länger bekommen) zwischen  acht und elf  Prozent, erläutert Url.

Günstige Abdeckung
Private Versicherer können das Risiko einer  Berufsunfähigkeit bzw. die gegenüber der staatlichen Abdeckung  verbleibende Lücke recht günstig abdecken, weil die  Eintrittswahrscheinlichkeit sehr gering sei, betont Url. Bei 25-Jährigen  sei nur eine von 10.000 Personen von einer Berufsunfähigkeit betroffen,  bei 45-Jährigen 14 von 10.000 und bei 60-Jährigen 110 von 10.000. Für  die Gruppe der 25-Jährigen müssten somit 10.000 Personen zusammen nur  einen Risikofall finanzieren, rechnet der Experte vor, „es handelt sich  also um ein eher seltenes Risiko, das aber eben nur teilweise durch eine  öffentliche Versicherung gedeckt ist“.

Wichtige Kaufanreize
Das vorhandene Angebot der privaten Assekuranz für eine  Berufsunfähigkeitspension scheine den Erwerbstätigen nicht in vollem  Umfang bekannt zu sein, auch können sie den möglichen Schaden, der  auftreten kann, offenbar nicht abschätzen. Die Studienautoren – Url und  Serguei Kaniovski – sind überzeugt, dass die Höhe der potenziellen  Einkommensverluste für risikoadverse Personen angesichts der niedrigen  Eintrittswahrscheinlichkeit schon einen ausreichend hohen Anreiz zum  Kauf eines solchen Produkts erzeugen sollte. Viele Menschen würden aber etwa eine Polizze für nicht  leistbar halten, eine falsche Wahrnehmung des Risikos von  Eintrittswahrscheinlichkeiten oder überhöhte Erwartungen in die  Leistungen der öffentlichen Berufsunfähigkeitsversicherung haben. Auch  bei Naturkatastrophen werde das Risiko oft nicht richtig eingeschätzt,  sagt Url.

Vorsorgesparen ist zu wenig
Mit einem reinen „Vorsorgesparen“, also dem  Zur-Seite-Legen von Ersparnissen, kann das Risiko der Berufsunfähigkeit  individuell jedenfalls nur schwer abgesichert werden, sagen die beiden  Experten. Denn besonders in jungen Jahren würde dies „einen in  der Praxis unmöglich hohen Sparbetrag erfordern“. Denn selbst bei  Vorliegen einer staatlichen Invaliditäts- bzw.  Berufsunfähigkeitsversicherung würden 25-Jährige in Berufsgruppen mit  „flachem Lebenseinkommensprofil“ mehr als ein Drittel ihres  Lebenseinkommens individuell angespart haben müssen, um den  Einkommensverlust aus der Berufsunfähigkeit voll abzusichern. Für  25-Jährige in akademischen Berufsgruppen wären es sogar 50 Prozent des  Lebenseinkommens. Außerdem scheine Sparen als Absicherung gegen Risiken  mit kleiner Eintrittswahrscheinlichkeit für Versicherte offenbar als  unattraktiv.



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